“Heute bin ich den Hill zweimal ohne Pause gejoggt”
Diese Zeile stammt aus einem Brief. Ein Vater schreibt ihn an seinen Sohn – aus dem Gefängnis. Diesen Brief habe ich heute gelesen. Er gehört zu den Klassikern des Copywritings und stammt von Gary Halbert.
Gary Halbert war einer der einflussreichsten Werbetexter des 20. Jahrhunderts. Seine Briefe – die sogenannten “Boron Letters” – schrieb er aus dem Gefängnis in Boron, Kalifornien, wo er wegen Steuervergehen einsaß. Statt zu jammern, nutzte er die Zeit, um seinem Sohn beizubringen, wie man lebt, schreibt, verkauft und denkt.
Mich hat dieser Brief fasziniert. Deswegen schreibe ich heute diesen Artikel.
Auf den ersten Blick geht es um Fitness, Ernährung, Disziplin. Aber eigentlich geht es um etwas viel Wichtigeres: Verantwortung übernehmen. Für sich selbst. Für das eigene Leben. Für das, was man angeblich will.
Wenn Sie diesen Artikel lesen, dann stehen Sie möglicherweise an einem Wendepunkt.
→ Sie haben Erfahrung. Wissen. Ein Talent, das anderen hilft. Und doch: Es klemmt.
Vielleicht im Marketing. Vielleicht im Verkauf. Vielleicht schon beim Entscheiden.
Dann ist dieser Text genau der richtige für Sie.
Was Eigenverantwortung im Alltag bedeutet und warum sie schwerer ist als gedacht
Eigenverantwortung klingt gut. Reif. Stark. Autonom. Doch sobald es unbequem wird, geben wir sie heimlich ab:
- Wir warten, dass jemand uns bestätigt.
- Wir machen andere verantwortlich für unser Zögern.
- Wir hoffen, dass irgendjemand uns rettet, an die Hand nimmt oder zumindest einen Plan ausdruckt.
In Wahrheit bedeutet Eigenverantwortung: Kein Mensch bringt Ihnen das Gemüse. Kein Mensch schreibt Ihre Posts. Kein Mensch verkauft für Sie. Das müssen Sie allein tun.
Und das tut weh. Weil es uns zwingt, uns zu entscheiden. Und weil es niemanden mehr gibt, den wir für unser Nichtstun verantwortlich machen können.
Die Eigenverantwortung beginnt mit kleinen, aber unbequemen Wahrheiten
In dem oben genannten Brief steht:
“Wenn du dich auf andere verlässt, gibst du dir selbst einen Vorwand fürs Scheitern.”
Der Satz wirkt banal. Ist aber brutal ehrlich. Denn wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, merken wir: Wir richten uns oft absichtlich so ein, dass wir nicht ins Handeln kommen.
- “Ich wollte posten, aber mein Designer war nicht erreichbar.”
- “Ich wollte meine Webseite fertig machen, aber die Texte fehlen noch.”
- “Ich will verkaufen, aber mein Angebot ist noch nicht ganz rund.”
Die Wahrheit?
Nein, Sie wollten nicht. Sie haben sich gewünscht, dass etwas passiert.
Wenn Sie wollen, können Sie sofort loslegen. Auch ohne Designer. Auch ohne perfekte Texte. Auch ohne runde Angebote. Auch wenn es am Ende nicht klappt.
Was uns wirklich abhält: Die Angst, allein zu scheitern
Viele Selbstständige verstecken ihr Zögern hinter Strukturen:
- “Ich brauche erst Klarheit.”
- “Ich will nichts überstürzen.”
- “Ich möchte professionell auftreten.”
Doch all das sind meist Tarnworte für eine einfache Wahrheit:
Ich will mich nicht blamieren. Ich will nicht scheitern. Und wenn doch, dann möchte ich sagen können: Es lag nicht an mir.
Eigenverantwortung bedeutet: Sie können sich nicht mehr rausreden.
Wenn Sie fallen, war es Ihre Entscheidung. Und genau deshalb fühlt sie sich so beängstigend an.
Aber hier kommt die zweite, gute Seite:
Sie dürfen sich auch Ihre Erfolge selbst zuschreiben.
Eigenverantwortung ist der stille Bruder des Erfolgs
Es ist kein Zufall, dass viele sehr erfolgreiche Menschen sagen:
“Ich habe es mir selbst beigebracht.”
Denn sie haben früh genug begriffen: Warten bringt nichts. Niemand kommt.
Wer Eigenverantwortung lernt, lernt schneller. Scheitert schneller. Und steht schneller wieder auf.
Er oder sie sucht keine Erlaubnis.
Kein “grünes Licht”.
Kein Schulterklopfen.
Die größten Feinde der Eigenverantwortung – Gutmeinende Menschen.
Der Sohn in den “Boron Letters” schreibt:
“Sobald man jemandem erzählt, dass man Geld verdienen will, kommen sofort die Zweifler. „Das geht nicht“, „Das ist zu riskant“, „Dafür braucht man Kontakte.“”
Oft sind es Menschen, die uns lieben: Eltern, Partner, Kollegen, Freunde.
Aber ihre “Vorsicht” ist keine Hilfe. Sondern eine Projektionsfläche ihrer eigenen Ängste.
Sie erinnern sich an das, was sie selbst nicht getan haben. Und wollen uns davor bewahren, das zu erleben, was sie verdrängt haben.
Und Eigenverantwortung bedeutet: Sie entscheiden trotzdem.
Warum gehört Wiederholung dazu?
In den “Boron Letters” wiederholt der Vater sich oft. Immer wieder dieselben Tipps. Dieselben Hinweise.
Warum?
Weil Eigenverantwortung nicht einmal passiert. Sie wird trainiert.
Wie ein Muskel. Täglich. In kleinen Entscheidungen:
- Schreiben Sie heute den Text oder denken Sie noch drei Tage darüber nach?
- Posten Sie das Reel oder suchen Sie nochmal ein besseres Licht?
- Fragen Sie endlich nach dem Preis oder hoffen Sie, dass der Kunde von selbst erkennt, wie viel Sie wert sind?
Wiederholung baut Widerstandskraft.
Ein Vorschlag: Ersetzen Sie “Ich kann nicht” durch “Ich entscheide mich dagegen.”
Denn das ist der wahre Kern von Eigenverantwortung.
“Ich kann gerade nicht posten” wird zu:
→ “Ich entscheide mich, heute nicht sichtbar zu sein.”
“Ich kann mich noch nicht festlegen” wird zu:
→ “Ich entscheide mich, weiter im Nebel zu verweilen.”
“Ich brauche noch mehr Informationen” wird zu:
→ “Ich entscheide mich, den nächsten Schritt aufzuschieben.”
Merken Sie den Unterschied?
Plötzlich liegt die Macht wieder bei Ihnen.
Ein letztes Wort und ein kleiner Test
Vielleicht ist dieser Text unbequem. Vielleicht sogar ein bisschen wütend.
Das ist gut. Denn genau da beginnt Eigenverantwortung: Wenn wir uns nicht mehr wohl fühlen mit unseren Ausreden.
Ein kleiner Selbsttest für heute:
- Was schieben Sie gerade vor sich her?
- Was wäre die ehrlichste Begründung dafür?
- Was würde passieren, wenn Sie es einfach täten?
Halten Sie das schriftlich fest.
Es hilft Ihnen, Ihre Gedanken zu ordnen und schneller zu erkennen, worauf es wirklich ankommt.
Ich wünsche Ihnen kluge Strategien, mehr zahlende Kunden und mehr Freiheit in Ihrem Expertenbusiness!